zum dritten Advent wirds bunt

Tja, eine Woche ausgesetzt, da die Zeit der Besinnlichkeit eigentlich so gar keine ist, sondern soviel Zeit zum Vorbereiten der Besinnlichkeit braucht, dass man die Besinnlichkeit dann gar nicht mehr genießen kann, weil man sich nur wegen ihr so besinnen muss.

Egal, Bands gibts jetzt, meckern tu ich dann zu Weihnachten.

I’m From Barcelona

Geschätzte 2000 Mitglieder haben die Jungs und Mädels, die gar nicht aus Barcelona, sondern aus Schweden kommen. Na gut, vielleicht sind es auch nur 30, was ja wohl genug ist, wie das live aussehen soll in kleinen verramschten Indieclubs will ich fast nicht wissen, wie es sich anhört, kann ich euch aber sagen – toll hört es sich an. Als hätte man Kristoffer Ragnstam mit den Guillemots und den Shout Out Louds zusammen geworfen und sie mit allen möglichen Instrumenten in einen Raum eingesperrt. Die Songs sind so luftig leicht und instrumental eklektisch, dass man sich beschwingt zu allem berufen fühlt. Es ist eine verspielte Experimentierfreude in der Musik von I’m From Barcelona, die man tatsächlich meistens von Schweden oder Kanada kennt. Und wenn sich eine Blaskapellen-Atmosphäre in den Liedern breit macht und man trotzdem Spaß an ihnen hat, muss es ja etwas Besonderes sein, dass diese 30 Menschen da kreieren. Ist es auch.

We’re From Barcelona (wer zählt jetzt, ob es wirklich 30 sind?)

Simon Bookish

Er macht mir ein wenig Angst, der junge Herr aus London, denn es ist eine unterschwellig bedrohliche Atmosphäre in seiner Musik, die ein wenig an die Wild Beasts und einen nicht ganz so melancholischen Nick Cave erinnert. Es hat etwas kabaretistisches, eine Feierlichkeit, die ihre Makel hat, die aber genau daher so unwiderstehlich ist. Mit Electro, Jazzelementen und eingestreuten New Wave Gesängen bastelt er eine Kombi zusammen, die wirklich ins Ohr geht, auch wenn man das bei der Mischung nicht wirklich erwartet hätte. Es ist ein wenig so, als wäre man auf eine dieser Partys, auf der die Leute so unglaublich komisch sind, aber der Abend etwas magisches hat. Herr Bookish ist übrigens auch ein wenig komisch und magisch zugleich.

Da die Qualität der youtube-Videos zu wünschen übrig lässt, hier die myspace-Seite:

http://www.myspace.com/simonbookish

The Bees

Hail dem Retrorock. Diesmal in Form der Bees, auch mit cooler Hammondorgel, sonst macht es ja nicht wirklich Spaß. Diese Herren bewegen sich aber weniger auf den Wolfmother und Blue Van Spuren, sondern tingeln irgendwo zwischen den Doors und Lynyrd Skynyrd und vielleicht sogar den Beach Boys, sprich, The Bees machen Blues/Soul inspirierten Rock mit leicht überirdischen Melodien und vernebelten Gesängen. Während Wolfmother Haare schütteln lassen, treiben einem the Bees durch psychedelische Harmoniengesänge und mit Orgel durchtränkten Instrumentals, die sich wie bunte Schichten übereinander weben, um ein lautes euphorisches Ganzes zu bilden, dass immer entspannend wirkt, ohne träge zu werden. Großartig, wenn der Blick zurück mal wieder einen Schritt nach vorne bedeutet.

Wash in the Rain

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