Zeit zum Ausatmen mit Eugene McGuinness, Airborne Toxic Event und Airport 5

Tja, der Januar hat mich mehr oder weniger lahm gelegt, da ich für eine dicke fette Klausur üben musste. Aber – da ich sie morgen schreibe und heute realisiert habe, dass das nichts wird – nach Wochen der Vernachlässigung meines Blogs habe ich endlich wieder die Zeit gefunden, ein wenig in myspace und youtube rum zu kramen. Es gibt etwas Neues, etwas Altes und, naja, etwas Blaues nicht wirklich, aber hier soll ja auch nicht geheiratet werden. Bitteschön:

Eugene McGuinness

Mannomann, ich hasse es, einen superfantastischen Musiker zu entdecken und zu wissen, dass ich diesen Namen schon Monate vorher irgendwo gelesen habe, aber ignoriert habe, weil gerade irgendwas anderes wichtiger war, meistens irgendein Mist, wie auf Toilette gehen oder etwas Trinken.

Naja, jetzt kann ich ja endlich schwärmen, von diesem wundervollen Menschen, der sich Eugene McGuinness nennt und so klingt, als hätte man Morrissey alle Sorgen der Welt genommen und ihn mit den Wild Beasts feiern geschickt. Das ist Songwriting mit diesem feierlichen Schwung eines Gentleman aber der ungestümen Freude eines blutjungen Musikers. Und das macht so Spaß, mit theatralischem Piano und allen Hall-effekten, die der junge Herr so zusammen kramen kann. Diese Songs sind Gründe morgens aufzustehen (ja, selbst um 5:00) und gar nicht mehr ins Bett zu gehen. Großartiges für den Frühling.

Moscow State Circus (Hm, kann ich jetzt schon sagen, dass das wohl einer der Top 10 Songs 2009 wird?)

The Airborne Toxic Event

Tja, diese Band ist ein wenig schwierig. Was mir erst wie eine etwas rauere Version der White Lies vorkam hat sich Song für Song in eine Band verwandelt, die Songs schreibt wie die betrunkenen Razorlight (was aus meinem Mund ein Kompliment ist) und musiziert wie The Arcade Fire unter Zeitdruck. Das alles ist in seinen ruhigen Momenten berührend und süß und in seinen wilden Momenten (vor allem, wenn es die 4 Minuten Marke durchberstet) einfach nur brilliant. Natürlich hoffe ich für die Jungs und Mädels, dass sie vor allem Letzteres ausarbeiten, denn auch wenn “Sometimes around Midnight” und “This is Nowhere” anrührend sind und ins Ohr gehen, ist das ausufernde und beinahe rüpelhafte “Innocence” ein Song, der mich und wahrscheinlich alle anderen auch umhaut und begeistert. Mehr davon.

Innocence (wow, ich hab es sogar gefunden!)

Airport 5

Na Gut, so wirklich neu sind sie nicht, haben sie doch erstens ihre Alben 2001/2002 (back in the days) raus gebracht und zweitens gehören sie dann auch noch zum ganz alten Eisen. Guided by Voices irgendjemand? Denn genau daher kommt zumindest die eine Hälfte dieses wunderbaren Duos.

Zusammen mit Tobin Sprout hat Robert Pollard ein Indie-Album geschaffen, dass leicht und traurig zugleich ist, so als würde man jemand Geliebtes am Flughafen verabschieden, aber wissen, dass derjenige bald wieder kommt. Unspektakulär und auf leisen Füßen kommt es daher, aber es erwischt einen von hinten durch die Brust ins Auge mit fantastischen Songs, die sich so sehr einprägen, dass man von ihnen träumt. Mit beinahe gebrochener Stimme und den ruhigen akustischen Momenten des frühen Postpunk spielen Airport 5 Musik für den Morgen, für lange Autofahrten und die See und klingen an Feeder an (hm, oder klingen Feeder an Robert Pollard an?). Tja, manchmal braucht es dann halt doch wieder die älteren Männer, um der Jugend mal zu zeigen, wie gute Musik gemacht wird und überhaupt, es müssen ja nicht immer die neusten Bands sein, so ein Blick zurück ist eigentlich immer zu empfehlen und für Musikfans eigentlich unabdingbar.

Kleine Fußnote: Diese Band wurde von mir durch ein eher ungewöhnliches Musikmedium entdeckt, nicht etwa durch hippe Teenagerserien oder Ipod-Werbespots, sondern den Abspann einer Stand-Up Show von Stewart Lee (siehe “Funny, now that you mention it”). Das Leben ist doch manchmal einfach nur fantastisch in seinen Zufällen.

Feathering Clueless (dies ist kein offizielles Musikvideo, sondern ein Kurzfilm, der den Song nutzt, da es leider kein Musikvideo gab, aber ich finde, das Video könnte genausogut offiziel sein, weil es ungemein stimmig ist)

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