Lehrstunden im Möchtegernmusikjournalismus. Heute: Audiobearbeitung

Aaah, Audiobearbeitung, was bist du doch für ein Leuchtfeuer in der Brandung. Den Live-Interviews überlegen kann man durch diese wunderbare technische Uberwaffe das Unmögliche möglich machen, beispielsweise eine sturzbesoffene Band nüchtern erscheinen lassen (Riesenarbeit!), oder aus gefühlten 30 ‘ähs’ pro Satz, die sehr viel natürlicher und weniger enervierend erscheinenden 10 ‘ähs’ machen. Man kann sich auch  selbst profilieren, indem man die total verkackten Fragen und dementsprechend entzürnten Antworten einfach raus schneidet und in die Feuergrube von Mordor schmeißt.

Man kann aber auch Spaß machen. Haha. Ha, ha.

Beispielsweise, wenn eine Interviewerin in einer vor Witz sprühenden Runde den für solche Runden obligatorischen EINEN Witz macht, der wie ein mutiertes 80er Jahre Sci-Fi-Horrormonster am Boden liegt und darum bittet, von seinen Schmerzen erlöst zu werden. Ja, selbst Fips Asmussen hätte nur resigniert mit dem Kopf geschüttelt, wenn er dabei gewesen wäre.

Aber dank Audiobearbeitung und den wohlwollenden Rettungsversuchen der Anwesenden konnte das Unmögliche geschafft werden:

Man kann sogar albern werden und etwas in Spitzenunterhöschen draus machen….

Man kann sich auch vom Saloonpianisten unauffällig raus spielen lassen (Kopfnicken zu Family Guy “Play me off!”)

Oder man modernisiert diese Variante und lässt sich von einem 80er Jahre Trash-Metal Gitarristen raus spielen, meiner Meinung nach trendverdächtig, alleine deshalb lohnt es sich, reich zu werden, damit man sich einen Rocker leisten kann, der immer neben einem steht und darauf wartet, dass man mal einen Witz verkackt, so dass er ablenkend etwas rumschrammeln kann. (Bewerbungen werden gerne entgegen genommen).

Ich könnte stundenlang so weiter machen, aber ich denke, wir haben das Prinzip verstanden. Audiobearbeitung und kollegiale Rettungslacher, ihr seid Lebensretter!

PS: Das (fast) komplette Interview gibt es übrigens (wie schon mehrmals erwähnt) auf dem Lohro Blog.

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