Cold War Kids – Mine is yours

Erwachsen sind sie geworden, so die Aussage der Cold War Kids, die plötzlich Kinder haben, Familienväter sind.
Und tatsächlich, diese raue Keckheit scheint es nicht mehr zu geben, alles ist etwas weicher, glatter – aber nicht unbedingt unpersönlicher. Dazu ist Nathan Willetts Stimme viel zu eigen und außerdem erinnern diese Songs aus unerfindlichen Gründen an den wunderbaren 60er Jahre Soul, der den Leuten immer nahe geht.


Geht man von manchen schillernden Gitarrenbackgrounds aus, muss man unweigerlich an die aktuellen Kings of Leon denken (selber Produzent, selber Sound?), die ja ähnlich aus rural America Rock’n Roll zu pompösen Stadionrock aufgeschwungen sind, aber bevor man enttäuscht den Kopf schüttelt, weil man die ersten zwei Alben so lieb gewonnen hat, sollte man sich erinnern, dass die Band von vornherein meinte, dass sich das Drittwerk sich stark von den anderen unterscheiden würde.


Aber gerade durch die schon erwähnten 60er Anleihen bekommen Songs wie “Out of the Wilderness” oder “Royal Blue” einen spirituellen ‘Twang’, wie man in Amerika sagen könnte, so als wären die Jungs vom Land (“Robbers and Cowards”), in die Stadt (“Loyalty to Loyalty”) und dann in die Kirche (“Mine is yours”) gezogen, oder zumindest auf ein kirchliches Sommerpicknick. Und wenn man das liebevolle, viel zu kurze Gitarren-Interlude in “Out of the wilderness” hört, kann man wieder zurück zu ihnen kommen, alles wird gut, Veränderung ist nicht immer etwas schlechtes.
Für den Frühling sind diese erstaunlich optimistischen Songs ein wunderbarer Soundtrack. Gehe ich mit dem Kings of Leon Vergleich mit, dann wäre es das “Because of the Times” der Cold War Kids, womit ich leben könnte, weil ich BotT abgöttisch liebe. Solange nicht bald ein “Come around Sundown” daraus wird, können wir das wohl alle. (Außerdem gibt es mit Songs wie “Cold Toes”* auch immer kleine, sperrige Schulterblicke zurück, die das Herz erfreuen).

*Der Verwechsler von “Cold Toes onthe  cold floor” mit “cold toast on the cold floor” kam übrigens mal nicht von mir, sondern von der Plattform, die das Album gestreamt hat. Ich habs auch nicht in Frage gestellt, weil ich schräge Metaphern sowieso immer äußerst angebracht finde (meine Mutter kann das bestätigen)

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