Nights in white Nostalgie

Durch erneutes Liebhaben der grandiosen Serie „Freaks & Geeks“ befinde ich mich mal wieder auf der Memory Lane musikalischer Erinnerungen, die ich selbst gar nicht hatte, weil ich ja in den 80ern geboren wurde. Dennoch oder gerade deshalb hänge auch ich den 60er und 70er nach wie ein sabbernder Hund einem dicken, saftigen Knochen.

Hervor gekramt wurde dabei „Nights in White Satin“ von Moody Blues, das mit Kopfhörern und in voller Lautstärke des Nachts ungefähr so wirkt, als wäre man das Epizentrum eines Wirbelsturms. Groß.

Natürlich werde ich jetzt nicht sagen, dass es heutzutage nicht mehr so gute Musik gibt, das wäre ja albern, aber – und das habe ich wohl auch schon öfter erwähnt – dieser Mut zum Pathos ist so stark zurück gegangen, dass man dieser Dramatik sehr wohl nachtrauern darf. Wo sind nur diese gigantisch-opulenten Gesten in den Rocksongs hin? Ein wenig Schmalz dient doch nur als Geschmacksträger, warum also so viel Angst davor?

(furchtbare Qualität all around the block, aber ich wollte was im Live-Modus haben, das nicht am Ende abgehakt ist oder gesperrt wurde, sowieso, der gute Musikfan hat das Ding auch zu hause, zwinker, zwinker)

Nachtrag: Mir ist bewusst geworden, dass die Überschrift genauso gut aus den Memoiren eines alternden Ku Klux Klan Anhängers hätte kommen können, dem ist aber nicht so. Immerhin bin ich ein junger Ku Klux Klan Anhänger…wokka wokka

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6 thoughts on “Nights in white Nostalgie

  1. “Wo sind nur diese gigantisch-opulenten Gesten in den Rocksongs hin?”
    Da wo sie hingehören. Nämlich in den Instrumental-Postrock. Einfach, weil die Leute die begriffliche Unzulänglichkeit der Begriffe wie “Freiheit” und “Liebe” verstanden haben. Wenn also Pathos, die Forderung nach dem Ganzen ist, so muss man wohl einfach mal die Klappe halten und Soundwände in pure Endorphiene verwandeln.

    Sorry fürs Klugscheissen, aber heute darf ich.

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    1. Nee, das ist größtenteils kein Pathos, sondern angeberisches Rumgekniedel. Vergleich das mal mit Queen, Journey, Led Zep usw. – da fehlt die Dramatik, das Geschichtenerzählen…und das geht auch ohne Gesang. Ich sag auch nicht, dass es das gar nicht mehr gibt, aber dass es viel zu selten geworden ist.

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  2. Angeberisches Rumgekniedel? Mogwai? – Das würde ich doch ehr dem Pudernäschen Jimmy Page unterstellen.
    Und auch ausserhalb des Instrumental-Postrock gibt es genügend Bands die schon beim morgendlichen Kaffee die Faust gen Himmel strecken (wie. Trail of Dead z.B.)
    Aber allein die permanente Feststellung es gäbe kein Pathos mehr, ist so pathetische, dass ich hier wohl raus bin. Hut ab Frau Fichtenstein.

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    1. Ich möchte darauf hinweisen, dass Jimmy Page bitte nicht auf diesem Blog gedisst wird, ansonsten droht rabiate Zensierung! Außerdem würde ich mir wünschen, dass sich meine Kommentare ordentlich durch gelesen werden, bevor heftigst kritisiert wird, da ich in meiner Antwort bereits eingelenkt habe, und geschrieben habe, dass es natürlich auch heute noch Ausnahmen gibt. (Das Mogwai-Kommentar tut mir im Nachhinein trotzdem leid). Zudem meinte ich mit Pathos etwas anderes, als das, was Trail of dead.. und Mogwai machen, da hierbei weniger Kitsch zu finden ist, den ich unmittelbar mit dem damals verwendeten Pathos verbinde. Ein guter Kitsch natürlich, in etwa so wie das tränenreiche Ende von „Toy Story 3“ oder „Herr der Ringe“. Um ein aktuelles Beispiel zu nennen; Coheed and Cambria beherrschen den Oldschool-Pathos ausgezeichnet.

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  3. 1. Das mit Jimmy Page war überhaupt nicht böse gemeint. Eben weil der Herr Page immer noch einen drauf setzen musste, liebe ich Led Zeppelin ja auch so.
    2. Ja, bei dem Pathos-Begriff kommen wir wohl auf keinen Nenner. Ich finde das beste Beispiel für Pathos sind die Ami-Kriegsfilme aus den 50er: erste stunde: es sterben 20.000 namenlose, feindliche Soldaten. zweite stunde: der held stirbt (und zwar über die komplette stunde)

    Palim Palim
    “Ihr nennt das Pathos, ich nenne das Leben”

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