State Radio

Eigentlich kann ich mit Reggae wenig anfangen. Ich glaube auch nicht, dass es an den Reggae Urgesteinen liegt, sondern an den zig unausstehlichen weißen Typen mit diesen bunten Rastamützen, die überall barfuss hinlaufen, Hackisack spielen und denken, dass es eine Jamsession ist, wenn man für ungefähr 6 Stunden auf eine Miniaturtrommel eindrescht. Solche Leute denken auch immer, dass man nur auf ein Konzert geht, damit man so laut mitsingen kann, dass man die Band nicht mehr hört. Grrr.

Wo war ich? Ach ja, bei State Radio mache ich jedoch eine Ausnahme, wahrscheinlich, weil sie a.) nicht so einen Ekelreggae wie Gentleman machen (irgendjemand meinte mal in einer Rezension, dass Gentleman die Seele aus dem Reggae nimmt, das ging mir irgendwie zu Herzen), sondern einen beinhart politisch inspirierten Mix aus 90er Alternative und Reggae. Und was soll ich sagen, das ist alles so intensiv und persönlich, dass mein zynisches Schnauben irgendwo draußen vor der Tür wartet, während drinnen diese inspirierenden Songs laufen, die einen sogar so weit bringen, dass man selbst die Welt ändern möchte. Das natürlich nur so lange, bis Shuffle den neusten Song von Gay For Johnny Depp spielt, aber…naja, der Gedanke zählt.

Ich kann aus eigener Erfahrung auch bestätigen, dass die Live Show der Jungs sehr beeindruckend ist, die geben wirklich alles, da kommt so eine idealistische Wolke aus arschrockenden Hymnen über die Menge, das man vielleicht in diesem Moment die Welt ändern könnte…
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Mein Liebling – mit dem ich State Radio kennen gelernt habe, ist “Right me up”.

Und hier noch was zum Abhotten, beziehungsweise im schwarzen Block mit Rennen und Glasscheiben von Shops einschmeißen, deren Besitzer sich die Reparatur wahrscheinlich nicht leisten können, aber deren Shops irgendwie so aussehen, als wären sie Grund für das Übel dieser Welt, oder warum man sonst wahllos Glasscheiben einschmeißt, was weiß ich*.

*Meine Steine sind nämlich meine stichelnden Kommentare. Die machen keine Scheiben kaputt und – solange ich in den richtigen Ländern lebe – bringen mich auch nicht ins Gefängnis.

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