Also das neue FF-Album…äh, aber der JD McPherson, der ist super…

Ja, das neue Foo Fighters Album ist bis auf einige Ausnahmen relativ vorhersehbar, härter als der alte Kram ist da wirklich wenig, warum müssen Rockbands immer sagen, dass sie härter geworden sind, nur um dann Teenbop Balladen heraus zu bringen? Na gut, so schlimm ist es nicht und ja, es ist ein solides Album, aber so wirklich euphorisch kann ich darüber nicht sein, selbst mein Lieblingssong “White Limo” klingt wie eine verhaltene Version von “Quick and to the Pointless” von Rated R der Queens of the Stone Age. Hm, hm, erst The Strokes, dann die Foo Fighters, die großen Bands machen irgendwie keine gute Figur dieses Jahr (naja, wobei das aktuelle Radiohead Album wirklich toll ist, wenn ich derzeit nicht Frühlings-euphorisch wäre, würde ich mich da rein legen wollen).

So, aber Good old Rock’n Roll hab ich ja versprochen und den sollt ihr auch kriegen. J.D. McPherson hat ein klassisches Rockabilly Album heraus gebracht, “Signs & Signifiers” fängt Garage-rockig mit “North Side Gal” an und hat damit eigentlich schon mein Herz gewonnen. Großartig. “I got some good talk but not enough game” – wie gut muss man sein, um so freche Zeilen zu schreiben? Original kommt der junge Mann aus Oklahoma, das Album wurde aber in Chicago aufgenommen und das Resultat klingt sauber, aber nicht überproduziert, sondern sehr traditionell.
Das Besondere ist, dass man McPhersons Stimme wirklich im Kopf behält, Charisma nennt man so was wohl, denn wenn ich ehrlich bin – ich LIEBE Rockabilly Bands, aber gerade die mit klassischem Sound verwehen schnell im Wind. Das kann natürlich auch daran liegen, dass in dieser Stimme, dieser vollen, gepeinigten, und – ja Ladies und Gentlemen – sinnlichen Stimme auch ein gehöriger Anteil an Blues und Soul liegt (ähnlich wie Timber Timbre, der als weißer Bengel genauso dem Blues verschrieben ist).

Ja, was soll ich sagen, das Album haut mich um, in den US of A ist es schon 2010 heraus gekommen uns hat es nur digital und als total überteuerter Import erreicht, hoffentlich ändert sich das bald. Alleine musikalisch treffen sich da die ruch- und kopflosen Sturm und Drang Songs des Rockabilly mit den instrumental versierten Schätzen des Blues (der titelgebende Song ist umwerfend). Das Album des Sommers hat einen ernst zu nehmenden Anwärter auf Platz 1 bekommen.

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