Off the high Horse: Danzig rules!

Mein erster Danzig Song (natürlich “Mother”) verwirrte mich. Erstens war ich zu der Zeit nicht an Metal interessiert, fand mich aber hingezogen zu diesem Fest an Metalklischees (in Retrospektive ist das wohl nur halbwahr, wenn man mit Hardrock Eltern aufgewachsen ist, ist man wohl immer an Metal interessiert) und zweitens sollte ein Mann in Netzhemd nicht so cool sein dürfen, wie der von der Visions als Schinkengott betitelte Punkrockmetalheld es irgendwie für mich war (und immer noch ist, selbst wenn er mittlerweile auf die Netzhemden verzichtet…).

(in blickdichtem Shirt und vor allem viel blickdichteren Pixeln, trotzdem groß, kleine Anekdote: der Sänger von Adam West meinte, dass Danzig einer der besten Sänger ever sei, aber er nähme sich selbst viel zu ernst…ich bin mir da mittlerweile nicht mehr so sicher, ob er nicht doch einen kleinen Schalk im Nacken hat? Hm, hm.)

Vielleicht will ich mehr in jemandem sehen, der seit gefühlten 200 Jahren sein Ding durchzieht, seinen Stil bei behält, seine Musik macht, seine Konzerte spielt, irgendwie Punk geblieben ist und dabei immer wieder Sachen der Brillanz blicken lässt, wie Songs für Roy Orbison (“Life fades away”) und Johnny Cash (“Thirteen”, unten in Danzigs Version zu hören…uh, großartig) oder ein grandioses Duett mit Melissa auf der Maur, aber für mich hat der Mann mehr Humor, als man ihm zugestehen will und mehr Köpfchen, als sich die Lästerschwestern so wünschen.

Wahrscheinlich ärgert mich vor allem diese gewisse Arroganz, die viele Leute gegenüber den großen Metalhelden hegen. Ach, ich selbst gehörte ja dazu, jung und naiv wie ich früher mit meinen 21 Jahren war und über sie lachte, aber mittlerweile muss man doch einfach mal sagen, dass es ein Unding ist, dass alte Indieköppe selbst mit ihrem zigsten identisch klingenden Album groß gefeiert werden, während die alten Punkrocker nur müde belächelt werden, selbst wenn sie teilweise an mehreren Genres mitgebastelt haben. Etwas Respekt, bitteschön!

Fakt ist, ohne Metal und auch ohne Glenn Danzig wäre die Welt doch ein großes Stück trauriger, ohne diese großen Hymnen, diese weit ausufernden Gitarrensoli und diese langen Haare, breiten Schultern, sabber, sabber…wo war ich?

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