David Bazan

Der frühere Kopf von Pedro the Lion, eine der wenigen christlichen Indiebands, hat mit dem Album “Curse Your Branches” (2009) laut seiner Homepage ein Manifest gegen die Musikbranche, besessene Fans und sarkastische Feinde, sowie dem Christentum höchstpersönlich veröffentlicht (na, ich weiß ja, welches Album demnächst bei mir eintrudeln wird), und kehrt nun mit “Strange Negotiations” zurück, weniger wütend, sehr viel reflektierender, nicht minder beeindruckend.

So sehr Religion in Indiemusik auch verpönt ist (es sei denn, man heißt Sufjan Stevens, dann darf man das anscheinend), vor allem, wenn die Musik eben nicht gegen sie gerichtet ist, mir haben Pedro the Lion immer sehr gefallen und ich habe mich nie bedrängt gefühlt (es gibt halt große Unterschiede zwischen Xavier Naidoo Gesülze, das einem die Schuhe auszieht und menschennahen Beobachtungen des Glaubens). Außerdem ist es immer eine irgendwie traurige Angelegenheit, wenn jemand vom Glauben abfällt, weil es selten mit logischen Schüssen und theoretischen Kausalitäten zusammen hängt, sondern oftmals auf einem persönlichen Level geschieht, so dass es brutal und schmerzhaft ist, so dass auch stolze Atheisten wie ich nicht umhin kommen, das bisschen Mitgefühl aus zu packen, dass wir in unseren verkümmerten Seelen aufbewahren. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Bazan von Grund auf ehrlich und ungeschönt klingt, davon lassen sich unsere steinernen Herzen auch gerne erweichen.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s