That was the Month that was: Musik und mehr im Mai 2011

Meine Güte, ich hab ja nix gegen Stress, aber ist auch schön, wenn’s dann wieder vorbei ist, vor allem, wenn man den Rucksack voll mit netten Erinnerungen, Fotos und Audiospuren hat. Tja, die Favoriten diesen Monat wurden eigentlich alle mal mehr mal weniger im Blog erwähnt, Wild Beasts, Who Knew, O’Death waren auch sehr beeindruckend und Young Legionnaire auch.

Daher kann ich ja ein wenig über diesen Monat an sich sinnieren. Zum Einen habe ich zwei sehr anstrengende, aber gleichwohl schöne Interviewwochen mit insgesamt 5 Interviews hinter mir, bei dem Einen musste ich fest stellen, dass man Musikern beim Hangover-Tipp-Geben nicht schmeicheln muss, als Logan meinte, er sei “müde” und ich annahm, dass es sicher ein Kater ist, es aber nicht so offen sagen wollte, aus Angst, dass es am Ende doch die Müdigkeit ob der harten, schweren Tour war, habe ich sehr lange gekämpft, weil mir neben dem Wort “hangover” leider nicht das englische Wort für “Erschöpfung” einfiel. Alles für die Katz, später auf der Bühne meinte er nämlich, dass sie die Nacht davor ordentlich gesoffen haben. Ja, ganz toll, dafür hab ich mir einen abgewürgt? Naja.

Don’t try and hide the fact that you got completely wasted last night, and don’t use euphemisms like “I am so tired”…

Darauf folgend habe ich ein wenig an meiner Interviewtechnik gefeilt, denn mir ist aufgefallen, dass ich manchmal zu ausschweifende Balkonfragen stelle, die oftmals die Antwort vorweg nehmen. Eine Balkonfrage – so ein Radiomensch im Seminar, dessen Name mir nicht mehr einfällt – ist eine Frage, die mit Vorwissen und fast schon einer Einleitung gefüllt ist, also ein bestimmtes Setting setzt. So wie Textaufgaben in Mathe. Als elendige Literaturwissenschaftlerin sind meine jedoch oftmals nach hinten los gegangen, da man gefälligst “so…this song…what’s it about?” fragen sollte, anstatt erst einmal eine lange Interpretation zu präsentieren und dann zu fragen, ob das so stimmt. Meine Güte, Jule, du bist hier nicht im Seminar!
Also hab ich mich für das Young Legionnaire Interview gleich zurück genommen und siehe da: Großartig. Ebenso wie die Band, ich muss ja sagen, dass ich den britischen Akzent sehr vermisst habe, irgendwie kamen mir die letzten Monate nur Amis und anderes Gesocks vors Mikro.

Die Schlingel, den härtesten Song des gesamten Albums haben sie gleich an den Anfang gepackt, übrigens war das laut Band auch der erste Song, den sie zusammen aufgenommen haben, das erklärt es wohl, da wurde sich erstmal ausgetobt.

Mein Lieblingsinterview dürfte definitiv mit O’Death, beziehungsweise deren Drummer David gewesen sein, merkwürdigerweise hab ich schon bei The Low Anthem den Drummer gehabt…hm. Hat sich das rum gesprochen? Wiedemauchsei, David hat diese Art Antworten gegeben, die Potential für weitere Fragen haben und außerdem so gut ausformuliert und inhaltlich schön sind, dass man kaum schneiden muss, außerdem – fragt mich nicht warum – haben diese wunderbaren Bands, die leider leider gerade so über die Runden kommen, immer sehr viel mehr darüber zu sagen, wie die Produktion eines Albums und wie das Musikbusiness generell verläuft.

Langsam aber sicher schleicht sich dieses Album in die Anwärterliste der Top 10 für 2011, das gelingt, wenn man immer wieder den Wunsch verspürt, sich diesen oder jenen Song an zu hören und dann plötzlich das Album drei Mal hintereinander gehört hat. “Outside” heißt es übrigens, weil sie von ihrem Label gedropped wurden, warum auch immer, welches strunzdumme Label schmeißt den eine derartig gute Band raus? Diese Welt geht den Bach runter…

Über meine Begegnung mit Who Knew auf dem Immergut Festival hab ich mich ja schon ausgelassen, das muss also nicht wiederholt werden, ebensowenig, die schöne Zeit, die ich dort im Kreise von Alma und all den schönen Immergutlern verbracht habe.

Tja, soviel zur Musik in diesem Monat, selbst meinen Buchtipp hab ich schon verwertet, verdammt.

Patent des Monats: Es ist noch nicht fertig, abgesehen davon, dass die humorvollen Patente irgendwo in einer Ecke meines Kopfes liegen und sich nicht raus trauen (aka kann mich nicht mehr erinnern), schwirrt mir derzeit philosophisches Bla in ebenjenem Kopf herum und versucht, eine Theorie über das objektiv Gute aus den elektronischen Verbindungen meiner Gehirnwindungen zu schnitzen. Ich wette allerdings, dass es irgendein Philosoph schon vor mir gedacht hat. Also wie wäre es denn mit einer Maschine, der man unvollendete Ideen nennen kann und die dann ermittelt, ob es sich überhaupt lohnt, sie weiter zu verfolgen, oder ob schon jemand alles fertig gedacht hat. Ähnliches kann auch für Drehbücher, Songs und Kochrezepte verwendet werden (ich gehe mal aus, dass der Markt der Kochbücher heiß umworben wird).

Webcomic des Monats: Pictures for Sad Children ist keine Neuentdeckung von mir, sollte hier aber noch einmal lobend erwähnt werden. Sehr bittere, melancholische Bilder zeigen sich hier, ein wenig wie die Stimmung von Charlie Kaufmann Filmen, nur manchmal sehr viel blutiger und/oder böser. Aber auch arg poetisch, da weiß man manchmal gar nicht, was man denken soll.

Ach, und noch zwei Songs zum Abschluss. Zum Einen haben The Antlers ein neues Album draußen, dass “Burst Apart” heißt, mir auf den ersten Blick gefällt, mir aber erst noch ans Herz wachsen muss. Der Song “Hounds” muss das aber nicht mehr.

Und dann noch die Band Man Man, die ich in meinem Kalender “Modest Mouse Fanband” betitelt habe, da ich derzeit an einer Liste von Bands arbeite, die den Leuten (also auch mir) gefallen könnten, die riesige Modest Mouse Fans sind und Probleme haben, ähnlich kauzige Musikstücke zu finden. Weshalb Man Man gewinnen? Folgende Liedzeile: “and if you go to punch your dad in the face. think about it. do it.”
Nicht, dass ich derartige Dränge habe, ich respektiere nur Songtexte mit Mumm in den Knochen.

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