Sommerhits: Klassiker aus 2002 (so alt sind wir schon, dass das Klassiker sind!)

Ich bin zur Zeit nicht in der Lage, neue, aufregende Musik zu hören, weil ich ständig alte, aufregende Musik im Kopf habe, die ich daraufhin auch in den Ohren haben muss. Ich gebe nostalgischen Anfällen die Schuld, da ich die große Palette meiner Sommeralben aus 2002 wieder ausgekramt habe, heißt die gesamte RHCP Kollektion bis By the Way, Queens of the Stone Age, Masters of Reality (“Welcome to the Western Lodge”) und John Frusciantes “To record only water for ten days”. Alle Alben klingen hitzig, flimmern und verdrehen sich gerne in der Gitarrenarbeit.

Diesen Song konnte ich gar nicht fassen, als er heraus kam. Jeder, der sagt, dass Kiedis besser als John singt, hat nicht verstanden, dass es in Fällen wie “Going Inside” nicht um richtige Töne oder klare Stimmen geht, sondern um die Nacktheit (natürlich nur die symbolische, alles andere wäre verstörend).

Vielleicht ja verirre ich mich ja in der guten alten Zeit – als ich die merkwürdige Angewohnheit hatte, Instant Cappuccino mit einem Löffel Erdbeer-Kaba zu trinken – weil sie zur Zeit alle wieder irgendwie auftauchen. Die Peppers bringen bald ihr neues Album raus, ohne John, dafür mit dessen Musikerkollegen Josh Klinghoffer, der zumindest auf den Alben, die er mit John zusammen gemacht hat, grandios klingt. Und Frusciante wird solo sowieso weiterhin wie ein Wilder herum experimentieren, um den braucht man sich gar keine Sorgen machen.

In dem Song geht es übrigens um die Therapeutin, die Kiedis beim Entzug geholfen hat, der er aus Dankbarkeit ein Haus am Venice Beach gekauft hat. Sie kurz darauf verstorben, die Welt ist ein düsterer Ort. Man hört hier, wie viel von Frusciante in diesem Album steckt, auch wenn es ein klarer Bruch zu den vorherigen Platten war, ist “By the Way” als Gesamtwerk wie gegossen.

Josh Homme bleibt den Sheffieldern treu und war wieder mal für das Album der Arctic Monkeys verantwortlich. Was die Qotsa Sachen angeht, soll es wohl Ende dieses Jahres so weit sein. In Musikerjahren können wir also im Sommer 2012 damit rechnen – frühestens. Ich bin ein wenig befangen, wenn ich über die Queens rede, da Josh Homme zu den coolsten Dudes dieses Planeten gehört, so dass ich wahrscheinlich selbst dann zufrieden nicken würde, wenn er seine Songs bei “Glee” verhunzen lassen würde….wenn ich so drüber nachdenke, vielleicht doch nicht, höchstens, wenn er dann auch mitspielt und sie alle verprügelt, bis sie schwören, Autotune in Ruhe zu lassen.

Auf Masters of Reality bin ich aufmerksam geworden, weil Chris Goss – Sänger und Kopf – die ersten Qotsa Alben produziert hat. Es ist dann sehr merkwürdig, wenn man “Welcome to the Western Lodge” in den CD Player legt und wunderbar luftige Songs wie “Lover’s Sky” hört, nachdem man sich von “Songs for the…” einmal im Kreis hat schrammeln lassen. “Western Lodge” kommt übrigens aus dem Jahre 1999, aber naja, was solls.

Diese Aufnahme ist ein absoluter Glücksgriff, normalerweise ist es so, dass die einzige Live Aufnahme, die man zu einem ganz bestimmten und nicht so bekannten Song findet, entweder total übersteuert ist, oder diesen einen Typen mit drauf hat, der sich ständig brüllend Songs wünscht, als wäre die Setlist nur dazu da, dass die Band was zu lesen hat, wenn die Musiker grad nichts zu tun haben…

Soweit zu meinen flimmernden Sommerhits von vor 9 Jahren, da war ich 18…meine Güte. Trauer ich etwa unterbewußt meiner Jugend nach? Quarterlifecrisis – du bist ganz schön sneaky…

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