The Music – Farewell

Ich war in London das Wochenende über, ergo der Mangel an Blogeinträgen, selbst wenn die derzeit sowieso rar gesäht sind. Egal, der Grund für meinen Trip war nicht – wie man annehmen könnte – die Hölle in Tottenham loszubrechen, sondern vielmehr eines der letzten Konzerte einer sehr wichtigen Band in meinem Leben zu sehen, die ich vorher noch nie live gesehen hatte, es aber immer wollte, weil die Jungs so unverschämt gut sind.

The Music trennen sich also nach 10 Jahren, da fällt mir dann erstmal auf, wie alt ich überhaupt bin und wie lange es her ist, dass Onyx noch das Glanzlicht am Musikhimmel war und uns daher Bands vorstellen konnte, wie eben diese jungen Männer aus Leeds, die bereits damals – kaum volljährig – schon Musik spielten, die wie die Ausgeburt psychedelischer Musikgötter klang. Als ich im Newsletter von der Trennung erfuhr, stiegen mir Tränen in die Augen, was mir einerseits sehr peinlich war, weil ich gerade auf Arbeit in einem riesigen Büro voller Leute saß, mir andererseits aber bestätigte, wie einflussreich The Music die Jahre über waren. Für mich zumindest und mehr braucht es nicht als Fan. Und nachdem ich die tobende Masse an Fans in London gesehen habe (übrigens in der ersten hübschen O2-Venue, der Brixton Academy – sehr zu empfehlen), war ich wohl nicht die Einzige, zumal ich noch nicht einmal die Älteste war.

Nichts geht über Pixel

In Dank an die gerade mal drei Alben während dieser Zeit, die mir jedoch allesamt sooooo eng ans Herz gewachsen sind, werde ich diesen Monat immer mal wieder einzelne Songs von ihnen vorstellen und dabei ganz sentimental schniefen. Letzteres natürlich relativ unerheblich für euch, immerhin könnt ihr nicht hören, was ich so von mir gebe, während ich schreibe.

“Too high” ist episch, wer mal eine Unterrichtsstunde im wirksamen, dramatischen Aufbau eines Songs haben will, der kann sich diesen Song anhören, der geht auch keine Stunde (man kann ihn allerdings einfach 8 Mal anhören, dann geht das auch. Die Jungs waren noch Teenager, als sie dieses Prachtstück geschrieben haben, verdammt, andere Bands schreiben in dem Alter schnippische Rocksongs mit Rotz-Attitüde.

Ah, “Welcome to the North”, das zweite Album, das nicht zuletzt durch mangelnde Promo dafür sorgte, dass die Jungs vom Label gedroppt wurden. Zudem – laut Band – wurde ihnen sehr in ihrem Sound herum gepfuscht, so dass sie ambivalente Gefühle gegenüber dem Album haben. Ich persönlich hatte gerade mein Studium angefangen, als es heraus kam und verbinde daher eine große Zeit der Umwandlung damit. Außerdem sind Songs wie “Bleed from within” der absolute Wahnsinn und nachdem ich den dann auch live hören durfte, kann ich mich nur vor ihnen verneigen. Es gibt ja viele Bands, die ich wirklich gut finde, bei denen es mich aber nicht schmerzen würde, wenn ich sie niemals live sehe, aber manchmal sind doch welche darunter, die live das gewisse Etwas bieten. Mir hat der Rest der Band etwas leid getan, denn die Jungs an den Instrumenten sind so gut (Phil Jordan am Schlagzeug ist eine kleine Dampfmaschine), aber man wird ständig von ihnen abgelenkt, weil Sänger Rob Harvey so verdammt viel Bühnenpräsenz hat.

Zu guter Letzt ein kleines Juwel aus dem dritten Album, das ich schon mal gepostet habe, weil es wirklich nah geht. Rob Harvey hat lange Zeit mit Sucht gekämpft, weshalb das dritte Album auch so lange gebraucht hat. Im nun also letzten Album der Band hat er viel davon verarbeitet, offensichtlich in diesem Song und versprenkelt in diversen anderen.

Ach, und weil ich mich über die B-Seiten-Akustik-Versionen von The Music immer wie ein kleines Schulmädchen gefreut habe, hier noch was nettes mit Gitarre und Gesang allein…Rob hat übrigens mit Mike Skinner was zusammen gemacht, solange noch was gemacht wird, ist doch alles in Ordnung.

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