Lazy Sunday: Ween are the world – Meine Top 5 Ween Songs

Gut, ich gebe es zu, meine Ween Lieblinge sind genau von zwei Alben, “The Mollusk” und “Chocolate & Cheese”, aber lasst mich doch, ich schäme mich nicht, dass mir “The Pod” zu anstrengend war und ich später einfach weniger in ihre Sachen reingehört habe. Das, was bei diesen beiden Ween Alben natürlich wirklich Spaß macht, ist die Tatsache, dass sie einfach eine der Bands sind, die vorwiegend durch exzentrische Musik und viel Humor bekannt geworden sind, weshalb man sich bei jedem halbwegs ernsthaften Song die Frage stellen muss, ob man ihn auch so nehmen darf oder ob man damit nur beweist, wie unglaublich humorlos, langweilig und peinlich man doch ist. Hurra!

Hinweis der Redaktion: Der HIV Song ist nicht in dieser Liste, ich mag ihn sehr, aber im Vergleich mit manch anderem Ween Song ist er ja doch das, was man ein One-Note-Joke nennt, also ein Witz, der nicht die vielen Level der Verwirrung hat, die andere Songs in sich tragen.

1. Freedom of 76

Ich liebe alles, was nach Funk, Soul und RnB der 60er klingt, also ist ja wohl klar, dass dieser Song gleich gewonnen hat, auch wenn man natürlich vermuten kann, dass die Freiheit hier weniger gefeiert als vielmehr verspottet wird.

2. don’t shit where you eat

Lebenslektionen! Das dürfte das erste Mal gewesen sein, dass ich mit dieser englischen Weisheit in Berührung gekommen bin und wie sagt man so schön “truer words were never spoken”. Natürlich kommt der Spruch nicht von Ween, dafür aber die schicke Vertonung, die einem hilft, diese universelle Wahrheit noch mehr zu verbreiten, so wie die Gospel die Bibel verbreiten – nur tatsächlich hilfreich für die Menschheit.

3. What Deaner was talking about

Mein erklärter Liebling von “Chocolate & Cheese”, wenn ich nach meinen Notizen gehe, die irgendwann 2001 oder 2002 entstanden sein müssten, die ersten, zaghaften Versuche, mich musikjournalistisch auszutoben. Wirklich besser bin ich nicht geworden, wobei ich mich damals anscheinend noch auf die Musik konzentriert habe, anstatt sinnlos vor mich hinzulabern. Wahrscheinlich war es diese Mischung aus Beatle-Sound und relaxter 90er Jahre Mukke, wenn man sich erstmal aus dem Grunge heraus gewühlt hat, gab es da ja teilweise ungemein sonnige Gruppen. Irgendjemand meinte, dass es um den Morgen nach einer Shroom-Party geht. Da ich noch keiner Shroom-Party beigewohnt habe, kann ich dazu nix sagen. Das Urban Dictionary hilft bei dem Sinn von “Deaner” auch nicht, da die drei Angebote folgende sind: 1. jemand, der ein bisschen zu viel getrunken hat, 2. Maiskörner oder Erdnüsse im Stuhl, 3. ein rothaariger, kräfter Mann mit großem Geschlechtsorgan. Also in allen Fällen möchte ich nicht wissen, worüber Deaner geredet hat, dankeschön.

4. it’s gonna be (alright)

Schöööööööön.

5. Ocean Man

In den Youtube Kommentaren wimmelt es nur so vor Spongebob Kommentaren, da der Song tatsächlich auf dem Soundtrack des Films drauf war. Haha, immer wieder gut, wenn man sich lauter Kinder vorstellt, die den Song glücklich mitsingen, ohne zu wissen, was schon alles an Schweinereien aus den Mündern von Ween gekommen ist. Ich wusste übrigens damals nicht, ob es jetzt albern gemeint war oder einen tieferen Sinn hatte, der sich mir nicht erschloss. Ach, 17-jährige Jule, du warst schon ein kleiner Dödel.

Hier mal ein Zitat, damals hab ich während des ersten Hördurchgangs geschrieben, mit Blick auf die Tracklist. Anscheinend war ich auch betrunken, ich weiß es nicht:

“Die Vielfalt von Ween gefällt mir ehrlich, da meiner Meinung nach auch Stile der 60er, 70er und 80er Jahre durchkommen. Sehr gekonnt im Übrigen. “The golden Eel” ist zwar seltsam, gefällt mir aber melodisch sehr, wobei mir auffällt, dass ein Sound von Ween schon herauszuhören ist. Gute Gitarre hier, wütend. Das nächste Lied ist wirklich unmöglich. Ach nein, vorher kommt ein chinesischer Traditionssong, wundervoll melancholisch “Cold blows the wind”, erinnert (mich) teilweise an Simon&Garfunkel*, sehr süß und bitter. Aber jetzt, das ist so fies nach, nein, immer noch nicht, erst ein Instrumental, eher eine kleine Elektro-Spielerei, naja. Aber nun, schnell und unmöglich “I’m waving my dick in the wind”. Seufz. Ehrlich.

*Ich hab keine Ahnung, was mich bei diesem hanebüchenen Vergleich geritten hat.

Ach ja,

Und hier noch ein Zusatz, weil dieser Song in mein Gehirn eingebrannt wurde und ich kann mich noch erinnern, dass ich wie gebannt vorm CD-Player saß und mit grinsender Erwartung der spannenden Geschichte zugehört habe. Ganz großes Kino, weil es offensichtlich ein durchgehend alberner Song ist, am Ende ist man jedoch tief drinne in der mexikanischen Racheballade. Ähnliches hat mich auch beim “Mariner’s Revenge Song” gepackt. Hm…ein Rachesong-Spezial wäre ja auch mal was.

Diese Aufnahme zeigt übrigens auch die musikalischen Qualitäten von Ween. Eine gute humorvolle Band ist auch und vor allem an erster Stelle eine gute musikalische Band, das habe ich nicht zuletzt durch Zappa gelernt.

Das war es für heute, der Lazy Sunday wurde also zum weeny Sunday.

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2 thoughts on “Lazy Sunday: Ween are the world – Meine Top 5 Ween Songs

  1. das erschreckende ist wirklich, dass sie absolut jedes genre beherrschen & die songs dann auch noch so gnadenlos gut in ihrem ureigenen stil umsetzen & man dabei immer denkt, der song könnte auch auf dem & dem album sein…johnny on the spot, könnte man zum beispiel bedenkenlos auf`n queens of the stone age album packen…der song ist instrumental so trashig umgesetzt, wenn man sich vorstellt, wie das mit nem richtigen schlagzeug & nem fetten sound klingen würde, dann wäre das ein absolutes rockmonster…& was das angeht, haben ween definitiv die größten eier…so wahnsinnig viel talent & so wenig rockstar-ego…die 12 golden country greats ist auch ganz großes tennis…

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    1. Ich vermute ja, dass das auch der Grund ist, warum die niemals so gigantisch groß geworden sind, wie manch andere 90er Hitband, denn die Masse an Single-tauglichen Songs haben sie ja wirklich zu verzeichnen. Aber für so eine Genrevielfalt sind die meisten Leute nicht vorbereitet, das verwirrt nur unnötig.

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