That was the month that was: Bands, Alben und Kram im August

Oh August, deine unerträglich heißen Tage haben mich als anerkannte Regentrude in den Wahnsinn getrieben, Hitzeflimmern und Fruchtfliegenkompott machten mir das Leben schwer. Aber glücklicherweise gab es auch einige Dinge, die man kichernd beklatschen konnte.

1. Meine Lieblingsalben waren dieses Mal ein krude zusammengewürfelter Haufen aus Active Child, We are Augustines, Moonface, Mister Heavenly und Luke Temple, wobei die zweite Hälfte des Monats dann vorwiegend dem Mai-Album (“D”) von White Denim weichen musste, ja, so kann es gehen, die Post-Euphorie nach einem großartigen Konzert lässt schnell mal andere Platten im Straßengraben liegen, nachdem ich mir jedoch die letzten drei Tage “Fits”, also das Vorwerk von “D” angehört habe, muss ich zugeben, dass sich diese Vernachlässigung zugunsten riesiger White Denim Schübe wahrlich gelohnt hat.

(Nach “D” ist “Fits” ein wunderbarer Mindfuck, so viel weird auf einem Haufen)

2. Nachdem ich ca. einen Monat und länger Interviewpause gemacht habe, hatte ich mit ebenjenen ein sehr schönes Erlebnis, direkt eine Woche danach durfte ich die Hipster von Smith Westerns interviewen, bzw. deren Sänger, den ich mal eben (unfreiwillig) beleidigte, indem ich ihren Shoegaze-Pop mit einem Beach Sound in Verbindung brachte, das eigentlich als Kompliment gedacht (also die Beach Boys waren doch nu keine schlechte Band), entgegnete der Sänger entrüstet, dass sie doch nun wirklich nicht nach Surfern und Strand klingen. Äh….doch. Er musste dann auch zugeben, dass die Texte vielleicht doch etwas Beach sind – weil die nämlich nicht so geil waren. Naja, das Konzert war mir dann auch etwas zu cool, weshalb ich lieber früher gegangen bin, um die Ruhe an der Kasse zu nutzen, mir ein White Denim Poster vom großartigen Einlasser des Magnet Clubs zu erbetteln. Mission Accomplished! Das trällernd nach hause hopsen ging dann sehr gut.

(Smith Westerns! Y U NO Like Beach?)

3. Ich entdeckte in diesen Interviews außerdem eine mir sehr eigene Technik, die ich jüngst die Hover Question getauft habe. Eine aus dem Philosophie- und Theologiestudium angewöhnte Frageart, in der ich oftmals alles noch einmal vorbeugend paraphrasiere, für den Fall, dass nicht alle mit meinen Wirrungen mitgekommen sind. Da das in Interviews zu lange dauert, bin ich dazu übergegangen, in den Gesichtern der Musikern nach Verständnis zu suchen und sollte ich das finden, mitten in der Frage aufzuhören, quasi die Frage im Raum schweben (=hover) zu lassen. Ich weiß noch nicht, ob das eine praktische Technik ist oder nicht, aber sie hat sich so sehr eingenistet, wie meine 300 äh’s und die ganzen Grammatikfehler, die ich sonst eigentlich nicht im Englischen mache, hust, hust…

4. Wenn diese Fragetechnik praktisch ist, wird das mein Patent für diesen Monat. Andernfalls wird es eine Vorrichtung für Leute, die eher unfreiwillig per Mail mit (teilweise) dummen Leuten kommunizieren müssen und dabei aber auch gefälligst höflich bleiben sollen, weil die Ettikette sowas immer gebietet. Zu den charmant ausformulierten Korrekturen und Hilfestellungen sollte es dabei dann immer den Gesichtsausdruck des Senders geben, den er hatte, als er (wiederholt) eine dumme Frage, ein albernes Problem, bzw. eine hanebüchene Aktion des Empfängers ertragen musste. Ich wette, das zeigt Wirkung, besonders ITler, Korrekturleser und der Kundenservice können übelst gute Gesichter der Frustration und Enttäuschung in die Menschheit aufziehen.

5. Gelesen habe ich David Nicholls mit “One day”, eine hübsche kleine Liebesgeschichte, die sogar einem existenzängstlichen Spätzwanziger wie mir ein wenig Hoffnung gemacht hat, dass das Leben nicht alle Ideale zerrüttet (es aber wahrscheinlich doch tut).

6. Mein Online Comic des Monats ist Scary Go Round Presents Bad Machinery, ich wünschte, ich wäre als Kind so cool gewesen, wie die Protagonisten dieser unglaublich tollen Mystery-Horror-Fantasy-Abenteuer (das wäre mal ne Verfilmung wert, aber nur mit den Super 8 Machern, ja, in der Art sind die Comics auch!). Derzeit geht es um Zwiebelessende Gehirnwäscher, muss ich noch mehr sagen?

David Shrigley in der Modern Tate (ich steh quasi lachend davor).

So, ich beende meinen Eintrag mit einem Hoch auf David Shrigley, den ich bei meinem The Music Abschiedskonzert Ausflug nach London in der Tate Gallery entdeckt habe und bei dem ich lauthals lachen musste, weil der Mann einfach nur grandios witzige Kunst macht. Und was muss ich erfahren? Das allererste Video im allerersten Blogeintrag von ILMPITM (“Good Song” von Blur) ist von Shrigley!!!

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