Jim Henson turns the world around

Anlässlich des 75sten Geburtstags von Jim Henson grabe ich hier mal einen Text aus, den ich letztes Jahr geschrieben habe, Vorsicht! Taschentücher werden empfohlen.

Als Kind der 90er bin ich natürlich vor dem Fernseher groß geworden (auch wenn ich gleichzeitig viel gelesen habe und meine tägliche Dosis an Lego und Hörspielkassetten war auch dabei, ich muss damals max. 3 Stunden pro Tag geschlafen haben, um das zu schaffen), neben den albernen Zeichentrickserien sind aber vor allem die Jim Henson Shows im Gedächtnis geblieben, alleine, weil ich beispielsweise die Muppets zusammen mit meinen Eltern geguckt habe (da mein Vater für schlechte Witze bekannt war, haben wir ihn Fozzie genannt, später hat er sogar einen Fozzie geschenkt bekommen). Labyrinth und Dark Crystal gehören zu den schönsten Märchenfilmen, die ich kenne, alleine, weil die Art und Weise, wie die Kreaturen zum Leben erwachen, für mich vollkommen realistisch war, 3D schafft das nicht. Außerdem bin ich – wie wohl viele andere Kinder – durch die Muppets zur Musik gekommen, mein erstes Alice Cooper Erlebnis war bei den Muppets.

Gestern bin ich über die Beerdigung von Henson im Jahre 1990 gestoßen. Normalerweise vermeide ich TV Beerdigungen, wer Michael Jacksons Supershow auch nur in Nachrichten-Clips gesehen hat, wird mir Recht geben, dass es krude und unangenehm ist, diesen Menschen beim Trauern zu zu sehen und gleichzeitig von Popstars unterhalten zu werden.
Aber Hensons Beerdigung war anders, nach seinem Wunsch trug niemand komplett schwarz und es wurde ehrlich gesungen, das ist keine Show, sondern das Teilen der Freude und der Liebe, die Henson und seine Monster verbreitet haben und immer noch verbreiten.

Harry Belafontes Auftritt war einer von Jim Hensons Lieblingen, der Song “turn the world around”, der auch gut und gerne eine Hymne für Gleichberechtigung sein könnte, war sein absoluter Favorit und wurde von Harry (als einziger in schwarz gekleidet) auch auf der Beerdigung vorgetragen.

Mit Henson fielen die berühmtesten und beliebtesten Stimmen weg, denn Ernie, Kermit und Rowlf, weshalb nicht Kermit, sondern Big Bird zur Beerdigung den Klassiker “it’s not easy being green” sang.

Big Bird

Allgemein ja eher misanthropisch veranlagt, bin ich froh, dass es immer noch Dinge gibt, die das bisschen Hoffnung und Zuversicht in mir wecken können, dass der Mensch doch nicht so ziellos herum irrt, denn die Botschaften, die Jim Henson in seinen Sendungen vermittelt hat, waren so warm und voller Liebe, dass man ausnahmsweise sicher sein konnte, dass die Kleinen vor dem Fernseher gut aufgehoben waren. Natürlich war es noch besser, wenn die Eltern dabei saßen. Übrigens war ich großer Miss Piggy Fan…was das wohl über mich aussagt? Mittlerweile fühl ich ja eher mit Gonzo, hust, hust.

Frank Oz

Ich glaube, die große Kernaussage der Muppets war, dass andersartige Menschen, Exzentriker und Freaks Farbe in die Welt brachten und dass sich niemand schämen sollte, wenn er nicht zu den “normalen” Leuten gehörte, sondern stolz darauf sein sollte, einzigartig zu sein. Und da wir im Grunde alle Freaks sind, die es nur unterschiedlich gut verbergen können, ist es doch gut zu wissen, dass Kermit, Fozzie, Rowlf und Gonzo uns lieben.

One Person

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s